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Beate Weber spendet 55.000 Euro Preisgeld an Jugendhof"Einmal Geld ausgeben zu können, ohne zu
fragen," das macht der ehemaligen Oberbürgermeisterin Beate Weber jetzt
sichtlich Freude. Die RNZ traf sie im Jugendhof in Rohrbach, und das aus einem
ganz bestimmten Grund. Ein bisschen rechnen musste man schon, um herauszu
Also, nun wissen wir es (es sind 55 000 Euro),
und auch dass das zweite große von ihr bedachte Projekt der Weltzukunftsrat ist,
in dem sie mitarbeitet. Das letzte Drittel des Preisgeldes geht, so Beate Weber,
unter anderem an zwei weitere Projekte in Heidelberg. "Das ist schön
ausgegebenes Geld", zeigt sie sich zufrieden und macht damit klar, dass sie von
dem Preisgeld nichts behalten will. "So was tut man einfach nicht", ist ihre
Meinung. Und so ließ sie sich von Angelika Treiber, der
zweiten Vorsitzenden des Vereins "Jugendhof", von Jugendhofleiter Björn
Rostermund und der Sozialpädagogin Celine von Klass zeigen, was es so alles auf
dem großen Bauernhof gibt und erklären, wie die Jugendarbeit dort abläuft. Auf
rund 500 Quadratmetern Äcker und Weiden im Bereich der Hangäcker Höfe lernen die
Kinder und Jugendlichen auf vielfältige Art einen Zugang zur Natur, zur
Landwirtschaft und zu Tieren. Ein Projekt, das seit 13 Jahren existiert und
nicht zuletzt auch von der ehemaligen Oberbürgermeisterin ange Noch ist der Scheck mit dem Preisgeld nicht
überreicht, freuen können sich die Besucher und Mitarbeiter des Jugendhofs
Heidelberg trotzdem schon einmal: Denn die Einrichtung in Rohrbach wird einen
großen Teil des Geldes bekommen, das die frühere Oberbürgermeisterin Beate
Weber gemeinsam mit dem Deutschen Umweltpreis Ende Oktober in Empfang nimmt. Weber erhält die mit 166 000 Euro dotierte
Auszeichnung als Anerkennung für ihre Leistungen im kommunalen Umweltschutz.
Das Preisgeld wolle sie vernünftig verteilen, hatte sie angekündigt. Rund ein
Drittel kommt nun dem Verein Jugendhof zugute, der offene Kinder- und
Jugendarbeit betreibt. Durch landwirtschaftliche, handwerkliche oder kreative
Tätigkeiten sollen die Besucher hier die Natur entdecken, wichtige
pädagogische Erfahrungen machen und Selbstvertrauen sammeln. Mit der Spende
will die Einrichtung eine weitere Sozialpädagogin für zwei Jahre in Teilzeit
beschäftigen und den Fuhrpark erneuern. Dafür schenkt die ehemalige OB das
Geld gerne her. "Es ist ein tolles Gefühl, eine größere Summe ausgeben zu
können, ohne eine Mehrheit haben zu müssen", erklärt sie lächelnd.
Roggenanbau auf dem Jugendhof
Dieser Bericht ist abgedruckt in einem Heft des
Bundes der Jugendfarmen und Aktivspielplätze, Stuttgart und kann sicher von
dorther, samt Bildern, bezogen werden. Godewin
Jugendhof
Ferien auf dem Jugendhof Pfingsten 2002 Gemeinsame Feld- und Gartenarbeit, Kochen über dem Lagerfeuer, arbeiten mit Holz und Ton, musizieren und versorgen der Tiere. 21. bis 25 Mai, für Kinder im Grundschulalter, täglich von 9 bis 15 Uhr, Jugendhof, Hangäckerhöfe 2, Rohrbach, Kosten: 50 Euro (inkl. Mittagessen), Anmeldung und Informationen unter Telefon 31 44 01, Kontakt: Hr. Wecker, Fr. Carsten, Anmeldeschluss: 12. März http://www.heidelberg.de/aktuelle/archiv/pd010302.htm
Notlage beim Jugendhof (27.2.2002)
Hermann Gundel, FWV
Die
Kunst des Pflügens neu entdeckt
Rolands und Wonjas Muskeln sind auf's Äußerste gespannt. Im leichten Trab ziehen die beiden braunen Schwarzwälder den von Thomas Pfannschmidt gelenkten Pflug durch den lehmigen Ackerboden. "Aller Anfang ist schwer", tröstet Werner Goller. "Nicht breit genug, zu tief und nicht ganz ausgeräumt, aber immerhin durchschnitten", lautet sein abschließendes Urteil über Thomas Arbeit. Thomas ist einer der insgesamt 12 Interessierten, die an diesem Wochenende in dem Lehrgang "Landwirtschaft mit Pferdekraft" die Kunst des Ackerbaus mit Pferden vom Pflügen bis zum Säen erlernen wollen. Leiter des zweitägigen Lehrgangs ist der 41-jährige Pferdeliebhaber Werner Goller, hauptberuflich Landesbeamter der Polizeistaffel Stuttgart und Besitzer eines kleinen Bio-Hofes. Die Teilnehmer sind aktive Mitglieder des 1992 gegründeten Vereins Jugendhof Heidelberg. Ziel der Einrichtung ist es, Stadtkindern "einzigartige Erlebnisse mit der Natur" zu vermitteln, wie Werner Wecker-Gutmann, einer der Leiter des Hofes, erläutert. Neben der offenen Jugendarbeit, bei der interessierte Kinder und Jugendliche auf Anfrage in die Hofarbeit eingebunden werden, werden vom Reit- und Fahrverein wöchentlich 300-500 junge Menschen beim therapeutischen Reiten betreut. In unregelmäßigen Abständen finden zudem Lehrgänge zu verschiedenen Themen statt. Das Ziel an diesem Wochenende ist hochgesteckt. Am Ende der beiden Lehrgangstage will das optimale Verfahren zum Pflügen beherrscht werden. Drei Theorieeinheiten und eine praktische Übung liegen bereits hinter den Teilnehmern des Lehrgangs: Der Morgen hat mit allgemeiner Gerätekunde begonnen. Die Teilnehmer erfahren, dass ein Pflug aus dem Pflugkörper mit der geschärften Schar und dem Grindel zum Verstellen der Arbeitstiefen besteht. Eine "sehr wichtige Einheit", betont Goller, "wer sein Arbeitsgerät kennt, erzielt die besten Ergebnisse". Die anschließende Theorieeinheit widmet sich der Verständigung mit den Arbeitstieren. Goller stellt klar, dass es beim Pflügen entgegen landläufigen Meinungen auf die Lautstärke und Lage der Stimme ankomme, da keine Hand für das Halten einer Peitsche frei sei. Auf die Theorie folgt die erste praktische Beschäftigung mit dem Pflug, die wegen der schlechten Witterung in der Halle stattfinden muss. Beim anschließenden Mittagessen ist Zeit für ein erstes Resümee. Werner Wecker-Gutmann schwärmt von der eindrucksvollen Vorstellung der insgesamt fünf Gespanne in der 20 x 40 Meter großen Reithalle und lobt das Engagement der Teilnehmer. Auch Goller bescheinigt einen erfolgreichen Morgen. Schließlich sei die Umsetzung von Theorie in Praxis schwierig und zudem der Boden der Halle sehr schwer und fest. Dem Mittagessen schließt sich eine weiteres Theorieeinheit an. Spaltfurche, Zusammen- und Auseinanderschlag werden erklärt, die dann auf dem Feld umgesetzt werden sollen. Den Kopf auf die Hände gestützt, mit weit aufgerissenen Augen lauschen die Kinder., Jugendlichen und Erwachsenen in Reiterkluft und dicken Wollpullis konzentriert den Worten des Fachmanns. Sie erfahren, wie wichtig für eine korrekte Furche zunächst das senkrechte Schneiden mit der Sech (messerartiges Teil des Pflugs), dann das waagerechte Schneiden mit der Schar und das abschließende Wenden im Winkel von 135 Grad für die Erhöhung des Ackervolumens sind. Schnell werden nach dem Ende dieser letzten theoretischen Einheit des Tages die sieben Vierbeiner für die Pflugarbeit vorbereitet und die Pflüge verladen. Die Schwarzwälder Marlo und Wonja, die Rappen Roland (Friese) und Luna (Odenwälder Mischlingspferd), das Dartmoorpony Papageno und der Friese Willum werden aufgezäumt und geschirrt, während der Norweger Deister vor die mit sechs Pflügen beladene Kutsche gespannt wird. Nach und nach darf jeder wie Thomas die ersten Pflugversuche auf dem hofeigenen Ackerland machen, bevor der Heimweg angetreten wird. Am Abend bietet Goller noch einen Lichtbildervortrag an, zu dem weitere Gäste
erwartet werden. Und am kommenden Sonntag steht wieder ein arbeitsreicher Tag
bevor. Vielleicht ergeht es dem einen oder anderen am Ende wie Werner Goller.
Der Hobby-Landwirt schört auch auf dem heimischen Hof auf Pferdekraft - zur
Bodenschonung, auch wenn es mindestens zehn bis 20 Mal länger dauere als mit dem
Traktor.
Der Jugendhof ist unverzichtbar Nach Auskunft
der Jugendhof-Leitung wird im nächsten Jahr der Zuschuss für eine Planstelle
gebraucht. Finanziell besonders belastend ist die hohe Pacht für das Gelände.
Wenn der Pachtvertrag in 4 Jahren ausläuft, ist auch hier die Unterstützung
der Stadt bei der Suche nach einem neuen, möglichst preiswerterem Gelände
gefragt. Quelle: http://www.heidelberg.de/stadtblatt/stbl3599/stimmen.htm
© by jugendhof-heidelberg.de, Update: 12.08.10 |